Unser Inno-Man auf Jobsuche: EDAG BFFT Electronics

Stellt euch einmal vor: Ihr wollt mit eurem Auto fahren. Die Straßen sind schneebedeckt und es herrschen eisige Temperaturen. Ihr steckt den Schlüssel ins Schloss, doch der Motor will nicht anspringen. Echt ärgerlich! Damit dass nicht passiert, kümmert sich die EDAG BFFT Electronics an ihrem Standort in Regensburg um die Energiesysteme unserer Autos.

„Wer sind wohl die schlauen Köpfe, die an dieser Software tüfteln?“, fragt sich unser Inno-Man. Mit vielen Fragen im Gepäck stattete er EDAG BFFT Electronics einen Besuch ab und traf Tobias Barth, den Abteilungsleiter der Serienentwicklung Energiesysteme:

Inno-Man im Gespräch mit Tobias Barth, Abteilungsleiter der Serienentwicklung Energiesysteme: Was sind Energiesysteme?

Tobias Barth: Sobald der Motor im Fahrzeug läuft, wird mit einem Generator Strom produziert, mit dem alle möglichen Komponenten angesteuert werden. Auto hängt nicht die ganze Zeit an der Energieversorgung und muss daher mit der Energie auskommen, die an Bord verfügbar ist. Dafür entwickeln wir Software, die regelt, wie die Energie verteilt wird. Wann fährt welches System hoch und runter? Welche Verbraucher kriegen überhaupt Energie? Bei -20 Grad hat zum Beispiel das Freimachen der Scheiben Priorität vor der Sitzheizung.

Inno-Man: Welche Herausforderungen bringt speziell die Serienentwicklung mit sich?

Tobias Barth: Unsere Software ist für Fahrzeuge, die tatsächlich auf der Straße fahren und offiziell freigegeben sind. Im Gegensatz zur Serie gäbe es Prototypen, die nur auf Teststrecken fahren. Für die Serienentwicklung gelten gewisse ISO-Normen, die wir erfüllen müssen.

Inno-Man: Wie kann sich das Energiemanagement in Fahrzeugen verbessern?

Tobias Barth: Der neue Megatrend ist natürlich die Elektromobilität. Das Fahrzeug muss mit der Energie an Bord auskommen und soll möglichst weit fahren. Also stellen sich die Fragen: Wie kann ich Energie einsparen, indem ich gewissen Sachen abschalte? Wie kann ich Energie zurückgewinnen und sie möglichst schnell speichern? In einem klassischen Kraftstoff hingegen ist sehr viel Energie drin. Durch den Verbrennungsmotor ist alles schon sehr optimiert. Aber auch hier steigt der Energieverbrauch durch immer mehr Komfortfunktionen, zum Beispiel Assistenzsysteme, Kameras oder Displays.

Inno-Man: Sind Elektroautos denn die Fahrzeuge der Zukunft?

Tobias Barth: Ich möchte keine Prognose stellen, ab wann wir alle elektrisch fahren. Es gibt 40-Tonner-LKWs, die auf der Autobahn von Hamburg nach München fahren. Die brauchen so viel Energie, dass es elektrisch sehr schwer umzusetzen ist. Aber die meisten Autofahrer fahren sehr viele Kurzstrecken und landen relativ oft wieder zu Hause. Dafür wird gar nicht so viel Reichweite benötigt.

Inno-Man: Arbeitet EDAG BFFT Electronics daran, die Reichweiten der Elektrofahrzeuge zu vergrößern:

Tobias Barth: Wir haben ein Projekt, in dem es darum geht, die Reichweiten zu berechnen. Das hängt von vielen Randbedingungen ab. Wir entwickeln eine Software, mit der man berechnen kann, wie viel Batterie noch verfügbar ist. Im Moment sind noch sehr viele Sicherheitspuffer eingerechnet. Je mehr man auch über den Fahrer und den Fahrstil weiß, desto besser kann man die Reichweite und das Energiemanagement optimieren. Viel wichtiger als die Reichweite ist aber die Möglichkeit, überall Laden zu können. Auch Hybrid-Lösungen sind sicher eine gute Alternative.

Inno-Man: An welchen innovativen Lösungen arbeitet EDAG BFFT Electronics noch?  

Tobias Barth: Zum Beispiel an neuen Batterietechnologien und Brennstoffzellen, mit denen die Produktion von Energie in Fahrzeugen möglich ist. Außerdem stecken wir in Projekten zur Ladeinfrastruktur. Wie kann ich ideal laden? Wie viel muss ich eigentlich laden? Ebenso arbeiten wir an der Verbindung zwischen Fahrzeug und Haustechnik. Wie kann ich zum Beispiel die Solarzelle auf dem Dach dazu nutzen, um das Auto zu laden? Eine Rolle spielen natürlich auch Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren.

Inno-Man: Das alles klingt sehr spannend. Was muss ich mitbringen, um auch ein Teil Ihres Teams zu werden?

Tobias Barth: Bei uns sitzen weniger die klassischen Fahrzeugbauer. Wir kennen uns eher mit der Software aus und haben oftmals einen Elektrotechnik-Hintergrund. Hier arbeiten aber auch viele Quereinsteiger, die mal Physik, Mathe oder Bio studiert haben. Wir legen bei EDAG BFFT Electronics sehr viel Wert auf die Typen, die bei uns arbeiten. Wir wollen motivierte Leute haben, die technisch interessiert sind und die sich mit dem Auto identifizieren. Außerdem sollten alle etwas mit Softwareentwicklung zu tun haben.

Inno-Man: Was gefällt Ihnen an Ihrem Job am besten?

Tobias Barth: Die Vielfalt! Viele verschiedene Disziplinen kommen hier zusammen. 2001 habe ich bei einem Automobilhersteller in der Forschung und Entwicklung begonnen. Damals konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass ich als Informatiker an der richtigen Stelle bin. Mittlerweile ist Software ein wesentlicher Bestandteil von Fahrzeugen. Smartphones sind zum Beispiel innovativ viel weiter als die Automobilindustrie, aber diese fortschrittliche Technik in die relativ konservative Automobilbranche zu integrieren, ist sehr anspruchsvoll.