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Können Chipkarten auch gestresst sein?

Inno-Man zu Besuch beim Zuverlässigkeitslabor der Infineon Technologies AG

Da ich mir an Fasching leider einen Virus eingefangen habe, habe ich heute einen Termin bei meinem Arzt. Mal wieder wusste ich nicht, wo meine Gesundheitskarte ist. Ich musste sie erstmal eine gefühlte Ewigkeit suchen. Und da meine Sensorik durch den Virus einfach nicht so funktionierte wie sie sollte, ist mir die Karte auch gleich mal auf den harten Steinboden gefallen. Dabei fragte ich mich: Was muss so eine Chipkarte eigentlich alles aushalten? Genau das habe ich nun bei einem Besuch bei der Infineon Technologies AG in Regensburg herausgefunden.

Da man die Gesundheitskarte immer bei sich haben sollte, steckt diese bei den meisten Menschen irgendwo im Geldbeutel. Diesen tragen viele in der Hosentasche. Daher ist die Karte meist starken Belastungen ausgesetzt, wie Hitze, Kälte und Reibungen. Wichtigster Faktor ist jedoch die Belastbarkeit des kleinen Chips, welcher in der Karte integriert ist und auf welchem alle wichtigen Informationen gespeichert sind.

Damit die Karten mit den Chips genau solche Belastungen aushalten, testet der Halbleiterexperte Infineon die Karten im Zuverlässigkeitslabor. Hier werden die Karten sogenannten Stresstests unterzogen. Dazu zählt u. a. der Biegetest, bei welchem die Chips in einer Maschine ca. 8.000 Biegungen ohne Beschädigung durchstehen müssen. In einer weiteren Maschine erfolgt der „Three Wheel Test“, auch Hosentaschentest genannt. Dabei wirken drei Walzen mit einer Kraft von etwa 25 Newton (das entspricht einem Gewicht von 2,8 kg) auf die Karte. Dabei sind die drei Walzen so angeordnet, dass die Chipkarte quasi eine Welle schlägt.

Die Lebensdauer der Karten wird beim „HAST“ überprüft, dem „High Accelerated Temperature Humidity Stress Test“. Dabei kommen die Chipkarten bei 125 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent in einen Ofen, und das für 1.000 Stunden. Das simuliert eine Zeitspanne von zehn Jahren. Wenn die Chips dieses Prozedere heil überstehen, sind sie auch problemlos zehn Jahre einsetzbar. Jetzt werdet ihr euch bestimmt denken, warum der Chip so lange haltbar sein muss. Meine Gesundheits- oder EC-Karte ist nicht mal so lange gültig? Da Infineon nicht nur den europäischen Markt beliefert, sondern seine Chips in die ganze Welt vertreibt, ist es wichtig, alle Anforderungen zu erfüllen. In Europa müssen Chipkarten in der Regel nur zwei Jahren halten. In Japan müssen Chipkarten dahingegen bis zu 10 Jahre überstehen.

Diese und weitere Tests führen die Mitarbeiter des Zuverlässigkeitslabors von Infineon durch. Damit kann man gewährleisten, dass die von Infineon produzierten Chips auch die für ihren Zweck notwendigen Bestimmungen und Qualitätsansprüche erfüllen. Dies passiert nicht nur bei Prototypen oder Neuerungen. Auch Serien-Stichproben werden im Zuverlässigkeitslabor auf Herz und Nieren getestet. Somit bleiben Qualität und Lebensdauer der Chips stets gewährleistet.

Zum Glück sind die Karten mit den Chips so belastbar. Meine wäre mir sonst wahrscheinlich schon des Öfteren kaputt gegangen.